Geschichte

Birkholz hat wie viele Gutsbesitze in der Altmark eine lange und wechselvolle Geschichte.

Im 16. Jahrhundert errichtete die Familie v. der Schulenburg zu Angern auf der wüsten Feldmark Birkholz ein Vorwerk mit Wohnungen, Viehhöfen und Schäfereien auf dem Gebiet einer ehemaligen Wasserburg.

Der im Dreißigjährigen Krieg ruinierte und 1690 immer noch stark verwüstete Rittersitz gelangte 1739 in den Besitz der Familie v. Bismarck. Levin Friedrich v. Bismarck auf Briest ließ gleichzeitig eine Siedlung für die Bediensteten des Gutes bauen und benannte sie nach seiner Frau Sophie Sophienhof.

1770 erhielt Georg Wilhelm v. Bismarck das Gut von seinem Vater und ließ das heutige Gutshaus als langgestreckten zweigeschossigen Putzbau von 15 Achsen mit Halbwalmdach und abgewalmten Ziergauben bauen.  Der nur leicht aus der Wandfläche hervortretende dreiachsige, durch Rundbogenfenster bzw.  –tür  und Pilastergliederung mit ionischen Kapitellen betonte Mittelrisalit  und der ihm vorgelagerte Eingangsvorbau mit flankierenden Halbsäulen wurden vermutlich um 1850 hinzugefügt.

Zum Rittergut Birkholz gehörten neben dem Vorwerk Scheeren 1000 Morgen Acker und Wiese und 1800 Morgen Wald.

Der recht geräumige viereckige Gutshof war früher wie die meisten Gutshöfe der Altmark auf allen Seiten von einem ca. 4m breiten Wassergraben umgeben und nur über Brücken zugänglich.

Heinrich Achaz v. Bismarck, der Enkel von Georg Wilhelm, konnte das Gut nicht mehr halten, und  so ging  es 1856 in den Besitz von Leutnant Emil Ballerstedt über.

1907 vernichtete der bis dato größte Brand im Landkreis einen Großteil der Scheunen und Ställe.

Die Familie Ballerstedt lebte bis zum Kriegsende 1945 in Birkholz.

Dank des Einsatzes des Lehrers Rudolph Rösch wurde  der Abriss des Gutshauses nach dem Krieg verhindert und das Gutshaus zunächst als Flüchtlingsunterkunft und später zu Zeiten der DDR als Schule und auch als Kindergarten genutzt. In Verbindung mit der Neugestaltung der Schulräume wurden 1949 Baderäume für die Dorfbevölkerung zur öffentlichen Nutzung eingerichtet.

Mitte der 70er Jahre zogen die Poststelle, die Gemeindeverwaltung, das Bürgermeisteramt, die Gemeindeschwester sowie die Gemeindebibliothek ins Gutshaus.

Nach Errichtung des neuen Gemeinschaftshauses stand das Gutshaus einige Zeit leer, bevor es 2008  wieder in Privatbesitz überging. Nach umfassender Sanierung, in die auch Mittel aus der Leader-Förderung eingeflossen sind, wird es heute von den Eigentümern bewohnt.